Star Trek Discovery – Ein erster Eindruck

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Die ersten beiden Folgen von Star Trek Discovery sind seit dem 25.09. auf Netflix verfügbar. Es ist 12 Jahre her, seit die letzte offizielle Serie – Enterprise – nach der vierten Staffel abgesetzt wurde, Fans mussten also lange auf einen neuen Eintrag im Star-Trek-Serien-Universum warten. Hat sich das Warten gelohnt?

Star Trek Discovery spielt 10 Jahre vor der Geschichte der ersten Serie von 1966, womit auch direkt die Frage geklärt wäre, ob es sich um ein Reboot oder die Kelvin-Zeitlinie handelt. Die Antwort darauf ist logischerweise „Nein“, Discovery spielt in der normalen PRIME-Zeitlinie, aus der dann 10 Jahre später JJ-Abrahams Story abgeleitet werden wird.

Die zentrale Figur ist Commander Michael Burnham, die als Mensch von Kindheit an auf Vulkan aufgewachsen ist. Dadurch muss sie sich viel mit dem inneren Konflikt aus angeborenen Emotionen und anerzogener Logik auseinandersetzen. Ich hoffe, die machen da was Gutes draus, den Ansatz finde ich sehr spannend.

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Michael arbeitet zu Beginn der Serie noch auf der USS Shenzhou unter der Führung von Captain Philippa Georgiou, gespielt von Michelle Yeoh.

Zur Story sage ich nicht viel, um Spoiler zu vermeiden, deshalb komme ich jetzt direkt zu den Punkten, die mir gefallen haben. Wir leben in einer Zeit von Serien wie Game of Thrones, Westworld oder Stranger Things, also Serien, die in ihrer Produktionsqualität locker mit großen Filmen gleichziehen können. Der Anspruch der Zuschauer ist hoch, und somit haben wir mit Star Trek Disovery einen weiteren Eintrag in die Liste der teuersten Serien aller Zeiten.

Jenseits der 130 Millionen Dollar wurde für die erste Staffel ausgegeben, und man sieht davon meiner Meinung nach jeden Cent. Das CGI und das Produktionsdesign sind qualitativ bis dato das Beste, was ich je in einer Sci-Fi-Serie gesehen habe.

Das hat mich nach den unterirdischen Trailern positiv überrascht. Die Besetzung ist ebenfalls sehr gut, mit Sonequa Martin-Green, die ich nicht kannte, da ich kein Walking Dead schaue, Doug Jones, der in Hollywood anscheinend einen Vertrag unterschrieben hat, dass er sein Gesicht nicht ohne Maske zeigen darf…

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und Michelle Yeoh, von der ich durch ihre Martial Arts Filme schon ein riesen Fan war.

Was mir ebenfalls sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass bestimmte Charaktereigenschaften gerade dieser Crewmitglieder nicht einfach nur vorhanden sind, sondern auch erläutert werden. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Charaktere bestimmte Dinge tun, nur weil es im Scipt steht, also Danke dafür.

Die ersten zwei Folgen sind extrem konfliktlastig, und hier kommen wir dann auch zu den Punkten, die Trekkies vermutlich sehr sauer aufstoßen werden. Star Trek hat sich immer durch seine positive und hoffnungsvolle Message von friedlichem Zusammenleben und Diplomatie vermittelt.

Und nach den ersten beiden Folgen ist davon leider noch nicht viel zu sehen. Wir können an dieser Stelle nur hoffen, dass sich das im Verlauf noch ändert und dass sich diese zwei Folgen nur als Einleitung verstehen, allerdings habe ich das gefühl, dass wir es eher mit einer etwas düsteren Auflage zu tun haben.

Zudem stören sich sehr viele am neuen Design der Klingonen. Das ist natürlich Geschmacksache aber wir haben 2017, und Star Trek hat sich stets weiterentwickelt. So sehr ich TNG und Voyager liebe, ich persönlich möchte weder das Design aus den 90ern, noch das aus den 60ern für irgendwas in einer modernen Serie sehen.

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Außerdem ging es bei den vorigen Serien natürlich auch immer um eine ganze Crew und die Zusammenarbeit auf dem jeweiligen Schiff. Daher hoffe ich, dass sobald wir dann auf der Discovery sind, sich der Fokus von Michael Burnham auf das komplette Team verschiebt.

Zusammenfassend haben die ersten beiden Folgen meine Erwartungen, die extrem niedrig waren, weit übertroffen. Wenn sich die Serie nach dem explosiven Einstieg jetzt noch ein bisschen weniger düster und konfliktbasiert entwickelt und eher zum eigentlichen Geist der alten Star Trek Serien zurückkehrt, bin ich absolut happy. Und wenn nicht, akzeptiere ich das aber auch.

Ich möchte mich darauf einlassen, dass wir im Star-Trek-Zeitalter von Alex Kurtzmann leben, der die ersten beiden neuen Star-Trek-Filme produziert hat und dass es auch hier um Einschaltquoten und natürlich um Geld geht. So sehr wir alle die alten Serien geliebt haben, die Filme waren von Star Trek bis Nemesis nicht wirklich Kassenschlager. Und auch bei guten Resonanzen gingen die Einschaltquoten von Enterprise 2004 zu weit bergab, als dass sich eine fünfte Staffel rechtfertigen ließ.

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Der erfolgreichste Film vor dem Reboot von JJ Abrahams war Star Trek IV, der weltweit gerade mal 133 Millionen Dollar eingespielt hat. Das hat zwar gereicht, dass mit TNG wieder eine neue Fernsehserie entwickelt wurde, aber das ist finanziell sogar inflationsbereinigt nicht mal Top 200.

Und Nemesis war ein so großer Flop, dass anschließend sieben Jahre Funkstille war. Das vielleicht als Grund, warum Star Trek sich neu erfinden musste und das Resultat sehen wir hier. Ich werde auf jeden Fall weiterschauen.

Aktueller Stand nach Episode 1 & 2

7,5 / 10

 

 

 

 

 

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