Barb Wire ist ein Remake.

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Vorwort

Titten!!

So. Nachdem wir diesen Punkt, der sonst sicherlich wie ein Damoklesschwert über meinem Review geschwebt hätte, geklärt haben, würde ich nun ernsthaft… naja, würde ich versuchen zu erläutern, warum Barb Wire seinem Zuschauer, neben Pamela Andersons Brüsten natürlich, sehr spaßige 100:16 min. bescheren kann. Ich beziehe mich in meinem Review natürlich auf die US-Unrated-Fassung, in der es nochmal 2 Minuten mehr Brüste gibt, sonst aber nichts. Natürlich ein absoluter Kaufgrund.

Und auch wenn Pamela Anderson hier die Hauptrolle „spielt“ und aus offensichtlichen Gründen für diese Rolle gecastet wurde, kann man dem Film seinen Unterhaltungswert einfach nicht absprechen. Ich habe sowieso ein Faible für die Cyberpunk- und Dystopia-Filme der 90er Jahre, sei es Johnny Mnemonic, Tank Girl oder Judge Dredd, aber natürlich auch für die weniger trashigen Titel wie StrangeDays und die Szene-Herrscher, Ghost in the Shell und The Matrix, welcher dieses Genre 1999 dann ein für alle Mal in den Mainstream katapultierte.

Neben der miesen schauspielerischen „Leistung“ einiger Beteiligten erzeugt das Setting und das Produktionsdesign eine überraschend dichte Atmosphäre, und präsentiert einige interessante Charakter-Designs und Kostüme (ich merke schon, das wird gar nicht so einfach), sowie ein paar bekannte Szenegesichter, wie Tommy Lister (Friday,Jackie Brown), Xander Berkley (John Connors Stiefvater in Terminator 2), Jack Noseworthy (Event Horizon und ein Bon Jovi Musikvideo) sowie Udo Kier und Clint Howard, die glaube ich zusammengenommen in jedem Film mitgespielt haben, der jemals gedreht wurde.

Alles nur geklaut.

Jetzt zur Geschichte. Ja, die Geschichte… Die wurde sich natürlich nicht neu ausgedacht, denn Barb Wire ist ein Remake, und zwar von keinem geringeren Film als Michael Curtiz‘ 1942er Meisterwerk Casablanca. Na? Wer hat’s gewusst?

Ich auf jeden Fall nicht. Ich liebe Casablanca, und wenn man das Original gut kennt, springen einem die Parallelen und diverse andere Dinge beim Gucken sofort ins Gesicht. Und los geht’s:

Pamela Anderson ist Barb Wire (Humphrey Bogard ist Rick Blane) und führt das Hammerhead (Rick’s Café Americain) in der letzten freien Stadt Steel Harbor (Casablanca) während dem zweiten amerikanischen Bürgerkrieg (zweiten Weltkrieg). Sie (er) steht in einer freundschaftlichen Geschäftsbeziehung zum korrupten Polizisten Alexander Willis (Captain Louis Renard) und ihr (sein) Leben wird völlig aus den Fugen gerissen, als plötzlich die Freiheitskämpferin Cora Dee (Victor Lazlo) aus der Stadt entfliehen muss und hierfür spezielle Retina-Kontaktlinsen (gefälschte Papiere). benötigt, die die Retina-Scanner (Augen) der Polizei überlisten können. Barb (Rick) ist keine Freundin (kein Freund) der Freiheitskämpfer, obwohl sie (er) selbst früher dazugehörte.

Barb (Rick) hat zudem die große Liebe verloren und stellt nun fest, dass Cora Dee (Victor Lazlo) mit eben dieser großen Liebe, die ihr (ihm) das Herz gebrochen hat, verheiratet ist. Alte Gefühle werden wach und verkomplizieren natürlich die geplante Flucht. Sie (er) ist launisch, grundsätzlich sarkastisch und trinkt nie mit ihren (seinen) Gästen.*Badum Tiss*

Es gibt natürlich auch Versionen von „Spiel’s nochmal“ Sam und Carl, sowie vom konkurrierenden und übergewichtigen Barbesitzer Signor Ferrari, der hier einfach Big Fatso heißt.

Fazit

Die ganzen kleinen Details zu erkennen macht wohl besonders humoristisch veranlagten Casablanca-Fans viel Spaß und lässt sich zudem prima in ein Trinkspiel umfunktionieren, an dessen Ende garantiert niemand mehr aufrecht sitzen wird.

Dennoch bleibt der Film sich als Action-Cyberpunk-Trash treu und ersetzt im Grunde alle wichtigen Dialoge des Originals mit Schusswechseln, Explosionen und tiefen Ausschnitten. Wer hier einen tiefgründigen, aufpolierten und inhaltlich hochwertigen Film erwartet, der hat sie nicht mehr alle. Ist man aber Fan 90er Jahre B-Movies und auf der Suche nach einem lustigen, kurzweiligen Film der Kategorie „so schlecht, dass er schon wieder gut ist“,  den man prima mit ein paar nicht mehr ganz dichten (oder sehr dichten) Freunden gucken kann, der sollte Barb Wire einfach mal eine Chance geben.

Da Fernsehsender allerdings anscheinend doch ihren Stolz haben und um ihre Quoten fürchten, würde ich nicht darauf warten, den Film zufällig auf Arte zu erwischen. Für die Lacher, den mutigen Aufhänger, Udo Kier und für die „Self-Awareness“, (ok, ok, und die Brüste) gebe ich diesem kuriosen Streifen eine

6/10

 

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